Sonntag, 8. April 2018

Sommer von jetzt auf sofort

Wie lange haben wir sehnsüchtig auf die Sonne und auf wärmere Temperaturen gewartet. Es war ja schon fast ein Highlight 10 °C und keinen Regen oder Graupel zu haben. Aber wir haben doch jetzt alle auf den Frühling gewartet, immerhin haben wir unterdessen April und bis jetzt hat die Natur ja auf Sparflamme gelebt.
Seit gestern ist es im Mittleren Norden Deutschlands nun endlich warm und sonnig. Ich konnte im T-Shirt draußen sitzen und habe nicht gefroren. Das hat unheimlich gut getan. Wir waren im Stadtpark, um ein Shirt für ein Probenähen zu fotografieren. Auch das ist sehr sommerlich geworden, aber dazu ein anderes Mal etwas mehr.
Anschließend haben wir uns noch draußen vor ein Restaurant gesetzt und haben uns die Sonne auf den Kopf scheinen lassen. Während des Sitzens wurde immer klarer, dass wir unsere eigentlichen Essenspläne über den Haufen werfen und heute grillen wollen. Das Wetter schreit ja förmlich danach. Also sind wir auf dem Rückweg noch bei dem ansässigen Lebensmittel-Dealer eingefallen und haben uns mit allem Möglichen an Grillgut eingedeckt. 
Ich bin vor ein paar Jahren dazu über gegangen, selbst zu marinieren. Das hat zwei Hauptgründe:

1. Kann ich die Schärfe, Geschmacksrichtung und was nicht noch sonst dazu gehört, selbst bestimmen.

 2. (und das ist mir fast schon wichtiger) Ich weiß, was in der Marinade drin ist. 

In der heutige Zeit wird es einem so einfach gemacht - man kann alles fertig kaufen und man macht sich keine Gedanken mehr über die Inhaltsstoffe. Damit will ich nicht alles zum Teufel jagen, aber ich für mich möchte im Bereich des Kochens bewusster leben. Bedeutet für mich: So viel wie möglich selbst machen und bewusst einkaufen (kein fertig verpacktes Fleisch etc).
Also habe ich mich vorhin in die Küche gestellt und habe mariniert und diese Rezepte möchte ich gerne mit euch teilen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Marinade besser schmeckt, wenn man sie mit Jochurt mischt. Dazu benutze ich Griechischen Joghurt. Erstens bleibt beim Grillen mehr Marinade am Fleisch und irgendwie ist der Geschmack runder. Allgemein solltet ihr darauf achten, genügend Salz dazuzugeben.  Wenn ihr beim Abschmecken das Gefühl habt, es komplett versalzen zu haben, ist es gut. Die Mengenangaben sind jeweils für etwas zwei Stück Fleisch. Marinieren solltet ihr idealerweise einen Tag vorher, damit das Fleisch ausreichend durchziehen kann. Ich packe das Fleisch mit Marinade in Gefrierbeutel, die ich dann luftdicht verschließe und die Marinade gut ins Fleisch einarbeiten kann. Was am Ende nicht gegessen wird, kann so auch bestens für die nächste Grillsession eigefroren werden

Knoblauch Marinade
2 TL Griechischer Joghurt
2 TL Knoblauch Öl (selbstgemacht)
4 mittelgroße Knoblauchzehen
Salz und Pfeffer 

Knoblauch ganz fein hacken oder im Mörser zu Brei verarbeiten. Alle Zutaten mischen und abschmecken.


Thai-Curry Marinade
125 ml Kokosmilch
2 EL Fischsoße
1 TL Thaicurry

Die Fischsoße ersetzt das Salz. Alle Zutaten vermischen, fertig


Bärlauch-Marinade
2 TL Griechischer Joghurt
2 TL Bärlauch-Pesto (selbstgemacht, ich schreib demnächst mal einen Bärlauch-Post)
Bärlauch-Salz (selbstgemacht)
Pfeffer

Salbei-Marinade
2 TL Griechischer Joghurt
1 Knoblauchzehe
einige Blätter Salbei
2 TL Sonnenblumenöl
Salz und Pfeffer

Knoblauch und Salbei sehr fein hacken. Alle Zutaten miteinander vermischen.

Am Ende kommen mit recht wenig Aufwand vier Marinaden raus, die ihr so im Handel nicht fertig bekommt. Experimentiert einfach ein bisschen rum, kann ja nicht so viel schief gehen.

Ich wünsche euch einen wunderschönen sonnigen Sonntag :-)

  

Donnerstag, 22. März 2018

Top of the World

Heute kommt mal ein Post mit einem ganz anderen Hintergrund. Diese Bilder sind diesesmal in Obergurgl während unseres Winterurlaubes entstanden.

Jaaaaaa, einen wunderschönen Urlaub hatten wir mal wieder. Erkenntnisreich war er für mich. Nachdem ich nun im dritten Jahr versuche vernünftig Snowboard zu fahren, die grundlegende Technik an sich auch drauf habe, aber merke, dass ich einfach Angst habe und mir das ein wenig die Freude am Fahren verhagelt, habe ich nun beschlossen, dass ich wieder auf Ski umswitche.
Die Entscheidung ist mir wirklich sehr schwer gefallen, da ich mir ganz fest vorgenommen habe, dass ich Snowboardfahren lerne. Ich war sehr enttäuscht von mir selber, dieses Vorhaben nicht in die Tat umsetzen zu können. Um mir aber nicht den Rest des Urlaubes zu verhageln, musste etwas passieren. Also von ich zu einen der vielen ortsansässigen Skiverleihe gegangen und hab mir zwei Bretter geliehen. Es war auch sehr spannend für mich, ob das noch klappt nach guten 15 Jahren Skiabstinenz. Nach den ersten zwei sehr unsicheren Kurven war auch das kein Problem mehr. Zwar werde ich wohl niemals ein Raser auf der Piste, aber die beiden Bretter haben sich einfach sicherer angefühlt für mich.
Dieses Jahr war ich auch zum ersten Mal ganz oben auf über 3000m und konnte einen Blick auf die Dolomiten in Italien werfen. Könnt ihr hier überall im Hintergrund sehen. Es war toll. Einzig das Rondell des Topmountain ist etwas gewöhnungsbedürftig. Da kann man durch das Gitter auf dem man steht 20-30m in die schneebedeckte Tiefe gucken. Ist ein echt mulmiges Gefühl. Trotzdem ist die Aussicht wirklich atemberaubend.
Obergurgl ist insgesamt ein wirklich tolles Wintersportgebiet. Es ist groß genug und bietet für alle etwas. Es ist bis ins Tal schneesicher und man kann von fast überall direkt zur Gondel fahren. Es gibt so gut wie keinen motorisierten Verkehr, da das Dorf am Ende des Tals liegt. Man kann Party machen, wenn man will, wird aber nicht von rumsbums überrannt. Es ist wirklich wunderschön.
Nun zu meinem Hoodie, den ich euch heute hier präsentiere. Es ist Mein Nanuk von Meine Herzenswelt. Ich hatte schon lange vor, mir auch endlich mal einen Zip-Hoodie zu nähen und nun zum Urlaub war es nun auch soweit. Mich hat auf den ganzen Bildern die im Netz durch die Gegend schwirren die schöne Schnittführung gefallen und die darin eingefügten Taschen. Zu nähen ist der Hoodie wirklich einfach, das E-book beschreibt das auch echt gut. Ich hab mich gegen ein Futter entschieden und wollte auch keine Belege (da steh ich nicht so drauf).
Damit der Reißverschluss einen ordentlichen Abschluss hat, hab ich den mit Webband verblendet. Das hat ganz gut geklappt und ich bin mit der Lösung sehr zufrieden.
Ganz besonders gefreut habe ich mich, als ich im Stoffladen gesehen habe, dass es dort nun die tollen Cuff-Me Bündchen gibt. Da konnte ich nicht widerstehen und habe mir zwei Packungen mitgenommen. Sie lassen sich gut vernähen und machen sich wirklich gut am Hoodie. Sie behalten auch nach einigem Tragen gut die Form. Somit wird das sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich die vernähe. Wie ich auf Instagram auch schon gesehen habe, wird es demnächst unglaublich viele tolle neue Designs geben. Ich freu mich drauf!
Mein Hoodie gefällt mir echt gut. Beim nächsten Mal würde ich ihn allerdings etwas verlängern, denn ich mag es lieber etwas länger. Bewährt hat er sich nun allemal und ich freue mich, dass ich nun auch Besitzerin eines selbstgenähten Hoodies bin.
Und nun verschwinde ich mal zum rums.


Schnitt: Mein Nanuk von Meine Herzenswelt
verlinkt:rums











Mittwoch, 7. März 2018

Das Superschwein

Dieser Post wird ganz unserem kleinen Hausschwein gewidmet. Zwar ist das Selbstgemachte darin schon einen Moment alt, aber ich bin noch nicht dazu gekommen, es zu verbloggen. Nun soll es soweit sein.

Das da oben ist nun unser kleines Minischwein. Als mein Mann es vor sechs Jahren zu sich geholt hat, wurde ihm von dem Bauern, der es ganz alleine in einem Gammelstall gehalten hat gesagt, dass es ein Minischwein sei und ausgewachsen. Hätte mein Mann es nicht geholt, gäbe es diese wunderbare Kreatur heute nicht mehr, denn er wäre elendig gestorben dort. Was aber nicht klar war, dass er erst drei Monate alt und bei weitem noch nicht ausgewachsen war. Wissenswert ist, dass Schweine bis zu fünf Jahre wachsen. So auch Schnitzel, wie der Dicke schon immer hieß. Nur vorab - alle Grillwitze sind absolut ausgelutscht und überflüssig.
Damals war er noch ein kleines Minischwein. Heute ist er ein großes Minischwein von etwa 90 Kilo. Auch interessant ist, sollte das irgendwer lesen, der sich mit dem Gedanken trägt, sich Schweine zu holen und mit den Teacup Schweinen liebäugelt: Lasst es, es ist absolute Augenwischerei. Schweine sind mit drei Monaten geschlechtsreif, von daher kann euch jeder Züchter die ach so kleinen Elterntiere zeigen. Lasst sie ein Jahr alt sein und dementsprechend klein. Schweine werden nun halt mal groß, so ist es. Spazieren gehen ist auch verboten, vorbei also mit den süßen Träumen, Schweine an der Leine durch den Park zu führen.
Gut, kleiner Exkurs, hier soll es um unser Schweinerlein gehen.

Schnitzel hat an Silvester Geburtstag. An seinem letzten wollte ich, dass er ein Cape bekommt. Also habe ich Maß genommen, mit einen Schnitt gezeichnet und losgelegt. Schweine haben in der Regel kein Fell, sodass sie sehr kälteempfindlich sind. 
Es konnte natürlich nicht irgendein Cape sein, es sollte schon was besonderes sein. Ich hab mir also ein Superschweinlogo abgewandelt. 
Ich habe Klettstreifen auf die Benzel unterm Bach gemacht, damit das Cape auf dem Schwein bleibt, ist ja nicht so einfach, wenn schwein die ganze Zeit von Haus in den Garten wechselt. Da kann ein Cape schonmal verloren gehen.
Der Geburtstag kam und natürlich hat er es eingepackt bekommen. Er steht auf Pakete, denn er packt wahnsinnig gerne Pakete aus. Knistert ja so fein...


Zum Ansporn waren auch noch Nüsse drin. Tjaaaaa, das Cape passt zwar, könnte aber unter dem Bauch etwas weiter sein, da hab ich mich wohl ein bisschen vertan. Mal ganz davon abgesehen, mag er es nicht. Er mach das Gefummel am Bauch nicht, wenn man es ihm um macht. VIelleicht muss ich da irgendwie nochwas verbessern...
Für die Fotos musste er da aber durch, trotz Geburtstag. Jetzt liegt das Cape auf seinem großen Deckenhaufen und fristet da sein Leben als schnöde Decke...
Unser Schwein ist auf jeden Fall das beste Schwein, das es gibt - aber das sagen ja alle Eltern von ihren Kindern ;-). Er ist lieb, freut sich, wenn wer nach Hause kommt, ist megakuschelig und man kann sich bestens mit ihm unterhalten. Gelehrig sind Schweine und lernen schneller als man denkt. Und mal ganz davon abgesehen, sind Schweine unglaublich saubere Tiere. Wir haben noch den großen Vorteil, dass er Wasser an der Haut hasst, wie nichts anderes. Also suhlt er sich auch nicht. Bestens. 

Vielleicht habt ihr ja noch Ideen, wie ich das Cape nächstes Mal modifizieren kann???

Bis dahin wünsche ich euch heute einen schönen Bergfesttag - bald ist Wochenende :-)

Donnerstag, 1. März 2018

Flashback in den Winter

Als ich letztens überlegt habe, ob es wirklich sinnvoll ist, jetzt noch ein Kleid zu nähen, das eher wintertauglich ist (sowohl von den Farben, als auch vom Schnitt und von der Stoffauswahl), war noch nicht raus, dass der Winter mit voller Wucht zurück (oder zum ersten Mal an-?)kommt. Ich habe meine Bedenken ignoriert. Denn auch wenn der Frühling danach direkt Einzug gehabt hätte, wäre der nächste Winter sicherlich gekommen.
Ich will ja gar nicht sagen, dass wir gerade schlechtes Wetter haben. Das ist ja bei weitem nicht so. Die Luft ist herrlich klar, der Schnee ist weggefroren von den Straßen und die Sonne knallt vom blauen Himmel runter. Eigentlich herrlich. Wäre heute morgen nicht das Minus vor der zwölf gewesen... So kalt war es in diesen Breitengraden schon lange nicht mehr. Nun gut, es ist wie es ist. Warten wir eben gemeinsam auf den Frühling.
Bei einer anderen rums Veranstaltung, die schon ein bissl her ist, habe ich ein tolles Beispiel für das Kleid Lykka von mamili1910 gesehen. Das hat mir unglaublich gut gefallen. Als ich dann nach dem Schnitt geschaut habe, bin ich erstmal aus allen Wolken gefallen: Da sah ich nämlich viele Beispiele in viellagigen Rockteilen, was alles sehr rüschig aussah. Ist so gar nicht meins. Aber es gibt ja noch die schlichte Variante. Und diese habe ich auch gewählt.
Hierbei schneidet man das hintere Rockteil einfach zweimal gegengleich zu. Und schon hat frau ein schönes, leicht ausgestelltes Kleid mit einer raffinierten Kragenlösung. Das Kleid sitzt so schön, dass es auch den festsitzenden Winterspeck verzeiht. Was beim Zuschneiden echt viel zu groß aussah, stellte sich am Ende als bestens sitzend heraus. 
Was mir ehrlichgesagt einen recht großen Kopfknoten verursacht hat, war der Kragen. Was eigentlich recht einfach aussieht, stellte sich als ziemlich denkintensiv raus. So intensiv, dass ich es den Nähsamstagabend hab sein lassen und mich dann mit Freunden auf ein Bier und Live-Musik in der Kneipe getroffen hab. Und schwubbs, war der Knoten am nächsten Tag geplatzt und das Kleid in windeseile genäht. Manchmal sind diese kleinen Pausen eben doch nicht ganz verkehrt.
Ich bin auf jeden Fall sehr glücklich über dieses Kleid und trage es sehr gerne. Genäht habe ich es aus angerautem Sweat. Das macht es so angenehm kuschelig und gibt das Gefühl, dass es schön warm ist. Der Kragen ist aus Strickstoff. Es ist ein schöner Schnitt, der sich hervorragend für Winterkleider eignet. Durch die Kragenlösung hebt es sich von allen anderen Kleidern etwas ab. Ich werde es sicherlich nochmal nähen.
Nun werde ich mir einen Tee kochen und weiter auf den Frühling warten.
Schnitt: Kleid Lykka von mamili1910
Stoff: Stoffideen Hannover
verlinkt bei rums

Donnerstag, 1. Februar 2018

Neues Jahr, neue Wagnisse

Lange habe ich nun schon nichts mehr von mir hören lassen. Meine Weihnachtskleider sind noch nicht verbloggt und gekocht habe ich ja auch. Wie das immer so ist, das reale Leben existiert, auch wenn man es manchmal nicht glauben mag.

Die Weihnachtstage waren schön und essensreich, wie bei den meisten wahrscheinlich. Ich hatte tatsächlich zweieinhalb Wochen frei. Diese Zeit ist natürlich vergangen wie im Flug. Unterdessen hat mich nun seit Anfang Januar das Arbeitsleben wieder und es gibt einiges zu tun. Bis zum nächsten Urlaub ist es auch noch einen Moment hin.

Ein kurzes Resumée vom letzten Jahr werde ich jetzt noch ziehen. Es war turbulent, ereignisreich und begleitet von den wunderbarsten Menschen, die ich mir vorstellen kann. Ein besonders großer Dank geht an meinen Mann. Er hat immer zu mir gehalten, mich unterstützt, mir Wege aufgezeigt und vor allem immer gesagt, dass wir zusammen halten. Ich bin dir dafür wahnsinnig dankbar, du bist eine große Stütze. Wir sind zusammengewachsen, haben gemeinsam Wege gefunden, die wir gemeinsam gehen und das weiß ich sehr zu schätzen. Ich liebe dich!
Ein weiterer großer und nicht wegzudenkender Pfeiler in meinem Leben sind meine Mum und meine Schwester. Ohne die beiden hätte ich sicherlich auch vieles im Leben nicht durchgestanden. Ich weiß, dass ich mich auf euch beide immer verlassen kann und dass wir füreinander einstehen. Sowas ist niemals selbstverständlich. Gemeinsam sind wir ein Team und unterstützen uns gegenseitig.

Ich bin nun im Job und bin sehr zufrieden damit. Ein tolles Team ist um mich herum und ich arbeite mit interessanten Menschen zusammen. In diesem Job ist kein Tag wie der andere, was spannend und aufregend ist. Dazu kommt, dass Wochenenden nun eine ganz andere Bedeutung haben. Ich versuche sie sinnvoll zu nutzen, aber auch das zu tun, wonach mir ist. Ich glaube, ich habe einen einigermaßen guten Mittelweg gefunden, der mal mehr, mal weniger gut funktioniert.

Kurzum...ich bin zufrieden mit meinem Leben, so wie es gerade ist!

Bereits im letzten Jahr ist mir beim Stöbern nach einem ganz anderen Stoff, auf eine ganz wundervolle Eigenkreation aus dem Hause MissMias. Hierbei handelt es sich um einen Jersey mit einem total tollen Aufdruck, von dem ich hin und weg war.
Eigentlich kaufe ich sowas nicht und eigentlich ist das auch mal wieder nicht mein Stil. Aber eigentlich können wir eigentlich auch streichen. Kurzum, er musste mit. Da lag er nun und ich musste erstmal überlegen, was ich damit anstellen möchte. Ein Shirt als erstes, das war klar. Also musste ein passender Kombistoff her. Auch nicht so leicht. Aber letztlich wurde ich fündig. Genäht habe ich das Raglan-Sweatshirt Amy von pattydoo. Das fällt insgesamt etwas lässiger. So denke ich, dass der Druck etwas besser zu Geltung kommt.
Auf der Rückseite finden sich zwei Luftballons wieder, die ich von dem Stoff ausgeschnitten, auf dünne Vlieseline gebügelt und dann aufgenäht habe. Ich mag es ja, wenn man solche Sachen wiederkehren lässt.

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit diesem Shirt. Ich trage es gerne, es ist bequem, aber trotzdem besonders. Ja, und ich habe mich an etwas neues heran gewagt. 
Ich bin gespannt, was 2018 für mich bereit hält. Da starte ich doch mal voller Optimismus durch, wage Neues (und wenn es auch nur Kleinigkeiten sind) und bleibe neugierig.
Schnitt: Raglanshirt "Amy" von Pattydoo
Stoff: Eigenproduktion Lockenkopf von MissMias
verlinkt: rums

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Ein Schwein im Schnee


Heute möchte ich euch neben meinem neuen Wintermantel unser großes Minischweinchen vorstellen. Gleich vorweg: Seinen Namen "Schnitzel" hat er nicht uns zu verdanken. Das war die glorreiche Idee seiner Vorbesitzer. Seine Babyzeit war nicht so sehr schön. Er ist mit knappen sehcs Wochen viel früh von der Sau weggeholt worden, als Valentinsgeschenk für ein 14 jähriges Mädchen. Was daraus geworden ist, können wir uns ja alle ganz einfach denken. Tiere die Tapete mampfen und sich überall an allen Ecken schubbern, sind nicht das, was man sich unter "niedlich" vorstellt. Also wurde der arme kleine Kerl ganz schnell wieder abgegeben. Ein Bauer hier bei uns hat ihn aufgenommen, wie er das mit vielen anderen Tieren vorher schon gemacht hat. Leider interessieren ihn die Tiere nicht. So kam es, dass mein Freund, der dort auf dem Hof einen Proberaum hat, eines Tages von einer Freundin angesprochen und gefragt wurde, ob er schon Schnitzel kennen würde. Also wurde eine Besichtigung vorgenommen und es bot sich ein furchtbares Bild. Da war ein völlig veränstigtes Ferkel in einem stinkenden und verschimmelten Stall ohne Wasser und nur mit schimmeligen Brot. Nach einer Nacht Schlaf darüber, durfte er hier einziehen. Mich gab es in diesem Haushalt noch nicht. Dass so ein Schwein bis zu fünf Jahren wächst, war allerdings nicht bekannt und dass Tea-Cup-Schweine nur ein Mythos sind, auch. Ich habe ihn vor drei Jahren kennen gelernt und wir hatten so unsere Startschwierigkeiten. Er mochte sich nicht gerne von mir anfassen lassen, er hat mich durch den Garten gejagt und überhaupt waren wir uns ziemlich skeptisch gegenüber. Noch dazu kam, dass ich ihn aus dem Familienbett vertrieben habe. Aber darüber ist unterdessen Gras gewachsen. Wir kuscheln, was das Zeug hält.
 Was der große Kleine nicht ablegen konnte, ist seine große Abneigung vor Wasser. Wasser ist für ihn nur zum Trinken da und für nichts anderes. So ist er ein komplett untypisches Schwein und geht um eine angebotene Suhle in einem großen Bogen. Regnet es, geht er nur im allergroßten Notfall raus. 
 Ihr müsst wissen, dass Schweine unglaublich reinliche Tiere sind. Niemals würden sie ihr Geschäft dort erledigen wo sie essen oder schlafen. Seit ich Schnitzel kenne, ist ihm nur einmal ein Malheur passiert, aber da war er auch krank. Ansonsten geht er immer in den Garten. Wenn es hart auf hart kommt, begleiten wir ihn auch mit dem Schirm... Jetzt wo es kalt ist, ist er die meiste Zeit drin auf seinem Deckenhaufen. 
Deswegen war ich letzten Sonntag, als es geschneit hat und ich meinen Mantel endlich fotografieren wollte, so verwundert, dass er uns hinterhergetapert ist. Da haben wir gleich mal ein Foto zusammen gemacht, bevor es laut protestierend wieder rein ging...
 Jetzt zu dem Mantel. Ich wollte mir in diesem Jahr unbedingt einen wetterfesten Wintermantel nähen. Dafür hatte ich diesen braun-melierten Softshell schon im Frühjahr auf dem Stoffmarkt erstanden. Im Herbst kam dann ein wunderschöner kaminrot-gemusterter Futterstoff dazu.
 Zwischen den zwei Lagen befindet sich noch eine Schicht Fleece. Ich wollte auch wirklich sicher gehen, dass er ausreichend warm ist. Da ich den Mantel schonmal für meine Schwester genäht hatte, wusste ich ungefähr, was auf mich zukommt. Für meine Jacke habe ich allerdings ein paar Ergänzungen eingebaut.

 So hab ich ein Gummiband mit Kordelstopper in die Mütze eingenäht. Die Mütze sitzt zwar auch so ganz gut, aber sollte es mal windig sein oder stark regnen, so kann ich mir die Mütze dann noch etwas fester zurren. Dann habe ich, da ich keinen regen-und winddichten Reißverschluss genommen habe (da wollte es nichts ppassendes geben) noch einen Schutz hinter genäht, was ich auch gleichzeitig als Kinnschutz weitergeführt habe - bei dem hohen Mützenabschluss sehr praktisch).
 Mein verdecktes Bündchen ist etwas missglückt, das werde ich in ruhigeren, freien Zeiten noch einmal nacharbeiten. Aber es verrichtet seinen Dienst, nur die Optik passt mir noch nicht wirklich.
Abgesetzt habe ich die Passe und den Tascheneingriff mit Reflektorpaspel. In der dunklen Jahreszeit wohl immer mal ganz gut, gerade weil die Jacke auch nicht gerade sehr farbenfroh ist. 
Stolz bin ich auch auf die sauberen Abschlüsse, die ich an Mütze und unten am Jackenrand eingebaut habe. Da ist das Futter einfach kürzer, dafür aber noch Softshell gegen genäht.
Auch stolz bin ich auf die Ausdauer, die ich ausnahmsweise mal an den Tag gelegt habe und sowohl bei der Außenjacke, als auch bei dem Futter alle Nähte noch einmal abgesteppt habe, so dass sie schön flach liegen. Das macht doch einiges aus. Normalerweise bin ich ja eher die Sorte Näherin "Komm, ich will fertig werden und habe keine Geduld mehr". Dieses mal habe ich mich selbst gebremst...
 Mein Fazit für dieses Nähprojekt: Der Aufwand lohnt sich. Ich habe nun eine wetterfeste, warme Winterjacke. Sie sieht elegant sportlich aus und ist durch die Mantellänge genau das richtige für den Winter. Die Anleitung ist gut zu verstehen und die Angaben passen alle.
 Auch hat sie genügend Bewegungsfreiheit für Schneeengel (wichtiges Kriterium im Winter).
Ich freue mich, einmal für mich sowas aufwändiges gemacht zu haben, normalerweise mache ich das immer nur für andere. Diesmal war ich dran - little bit of selfcare... Und es ist ein tolles Gefühl, ein Unikat zu tragen. Sie ist zwar schlicht, aber durch den besonderen Futterstoff doch einzigartig. Der Winter kann kommen, mit Schnee und Kälte. Das Schweinchen bekommt demnächst auch noch ein Cape, damit er nicht friert.
Und da heute Donnerstag ist, darf ich damit auch zum rums.


Schnitt: Lady Shiva von Mialuna
Stoff: Stoffmarkt
Fotos: Mein Mann

verlinkt auf rums
 

Sonntag, 3. Dezember 2017

Mit Ella im Schnee


Jetzt ist es schon soweit, es ist der erste Advent. Als ich heute morgen früh aufgewacht bin, hab ich mich gewundert, dass es so hell draußen ist, schließlich haben wir Dezember und im Dezember ist es für gewöhnlich um halb sieben noch dunkel. Ich habe mal einen Blick riskiert und wurde mit einem weiß verschneiten Garten belohnt. Es sah herrlich aus. Da hat der Wettergott alles richtig gemacht und den ersten richtigen Schnee diesen Winters zum ersten Advent geschickt. Nachdem die Rampe für das Schweinchen freigeräumt war, haben wir draußen auf der Terasse gesessen mit nem Kaffee und haben die herrliche Sicht genossen. Ein perfekter Start in die Weihnachtszeit würde ich mal sagen.
Ich mag die Adventszeit ja wirklich sehr. Schon als kleines Kind habe ich es geliebt und ich bin eins von den Kindern gewesen, dass an den Weihnachtsmann glauben durfte. Ich würde alles dafür geben, diese Zeit nochmal erleben zu dürfen. Dieser Zauber, der immer in der Luft lag, war einmalig. Nun ist es jetzt so, dass ich leider zu alt bin, um an den Weihnachtsmann zu glauben, aber ich versuche, ein bisschen von diesem Zauber in meine Erwachsenenwelt hinüberzuretten. Wir haben es uns weihnachtlich gemütlich gemacht in diesem Jahr. Zum ersten Mal habe ich Außenbeleuchtung am Haus und ich liebe es. Im Haus haben wir Kerzen und ein paar ausgewählte Sachen stehen, die es muckelig machen. 
Ganz furchtbar finde ich, diesen typischen Weihnachtsstress. Dieses Gehetze und Powergeshoppe, dem kann ich nichts abgewinnen. In diesem Jahr habe ich mir geschworen, es langsam und gemütlich angehen zu lassen. So hatte ich die Adventskalender schon sehr früh fertig und die Geschenkeplanung steht oder ist auch schon in Arbeit. Aber bei allem was ich mache, möchte ich das in Ruhe angehen und diese Zeit bewusst als "Auszeit" nutzen. Bis jetzt klappt es gut. Beim Schnitte-Kleben laufen jetzt die schnulzigsten Weihnachtsfilme, es brennt ne Kerze und manchmal auch ne Duftlampe. Ich freue mich, wenn ich Geschenke entstehen sehe, von denen ich hoffe, dass sich der Beschenkte drüber freuen wird. Material habe ich alles da, sodass ich wirklich nicht in den Strom von gestressten und hetzigen Menschen eintauchen muss. Und ich muss sagen, dass sich das wirklich gut anfühlt.
Und um nicht nur was für andere zu machen, basteln, nähen, habe ich mir vor einiger Zeit aus einem ganz wundervollen Jaquard-Stoff eine Ella von Pattydoo genäht. Das ist ein unterdessen viel und gern getragenes Winterkleid in dunkelblau mit einem senfgelben Stich. Dieser Schnitt ist einfach perfekt. Ganz einfach zu nähen und toll in der Passform. Wenn die Figur weiblicher ist, ist das das beste, was frau sich überwerfen kann. Das Kleid ist sowohl alltagstauglich als auch schick für Feiern.
 
 In den amerikanischen Ausschnitt habe ich einen senfgelben Stoffstreifen eingearbeitet, sodass sich der Ton hier wiederfindet. Auch habe ich am Rocksaum und den Ärmelenden senfgelbe Belege eingearbeitet, sodass ich einen sauberen Abschluss habe und den Stoff als wiederkehrendes Element sehe ohne zu penetrant zu wirken.
Dieses Mal habe ich auch die Teilungsnaht an der Taille genäht und bin mit dem Effekt sehr zufrieden.
Wie immer ist auch dieser Schnitt von Pattydoo gut erklärt, sodass auch Anfänger dieses Kleid ganz einfach nachnähen können.
 
Ich wünsche euch nun allen einen schönen ersten Advent und eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit. Nehmt euch immer mal eine Auszeit und genießt bewusst die weihnachtliche Atmosphäre.